Mehr als nur kräftig anspannen
Die Beckenbodenmuskulatur liegt im unteren Bereich des Beckens. Sie unterstützt die Beckenorgane und ist an der Kontrolle von Blase und Darm beteiligt. Für ihre Funktion geht es nicht nur um Kraft, sondern auch um Wahrnehmung, Koordination und die Fähigkeit, wieder loszulassen.
Deshalb ist stärkeres oder häufigeres Anspannen nicht automatisch die passende Antwort auf Beschwerden. Ein gezieltes Übungsprogramm richtet sich nach der persönlichen Situation. Ob Kräftigung, Entspannung oder eine andere Behandlung im Vordergrund steht, sollte bei Problemen fachlich eingeordnet werden.
Ganzkörper-EMS ist nicht gleich Beckenbodentraining
Beim Ganzkörper-EMS werden mehrere Muskelgruppen durch elektrische Impulse und aktive Übungen angesprochen. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass ein bestimmtes Beckenbodenproblem gezielt behandelt wird. Auch Begriffe wie Tiefenmuskulatur oder Rumpfstabilität sind kein Beleg für eine therapeutische Wirkung am Beckenboden.
Unser Angebot umfasst EMS-Krafttraining, EMS-Cardiotraining und individuelle Trainingsplanung. Wir behaupten keine Behandlung von Inkontinenz, keine Rückbildung und keine Wirkung eines speziellen Behandlungsstuhls. Wenn du danach suchst, ist eine entsprechend ausgerichtete medizinische oder physiotherapeutische Anlaufstelle der passende nächste Schritt.
Mit Beschwerden nicht allein bleiben
Ungewollter Urinverlust, Druckgefühl oder Schmerzen sind gute Gründe, ärztlichen Rat einzuholen. Du musst Beschwerden nicht als unvermeidlich hinnehmen. Je nach Anliegen können deine Hausarztpraxis, Gynäkologie, Urologie oder spezialisierte Physiotherapie weiterhelfen und die passende Untersuchung oder Behandlung anstoßen.
Nach einer Geburt oder Operation braucht der Wiedereinstieg besondere Abstimmung. Ein allgemeines EMS-Probetraining ersetzt weder eine Untersuchung noch einen Rückbildungskurs. Frag deine behandelnde Fachperson, welche sportlichen Belastungen für dich geeignet sind und welche vorerst warten sollten.
Gut informiert ins Gespräch gehen
Hilfreich ist, vor einem Beratungstermin zu überlegen, wann Beschwerden auftreten und was du im Alltag verändern möchtest. Es geht nicht darum, selbst eine Diagnose zu stellen. Deine Beobachtungen können das Gespräch erleichtern und helfen, allgemeine Fitnessziele von einem konkreten Behandlungsbedarf zu unterscheiden.
- Welche Beschwerden oder Veränderungen möchtest du abklären lassen?
- Welche Bewegungen oder Situationen beschäftigen dich besonders?
- Gibt es Empfehlungen für Sport aus einer laufenden Behandlung?
Was wissenschaftlich untersucht wurde
Ein Cochrane-Review von Dumoulin und Kolleginnen aus dem Jahr 2018 wertete 31 Studien mit 1.817 Frauen aus. Gezieltes Beckenbodenmuskeltraining konnte insbesondere bei Belastungsinkontinenz Beschwerden verbessern. Untersucht wurde spezifisches Beckenbodentraining, nicht unser allgemeines Ganzkörper-EMS. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht als Wirkversprechen für unser Studioangebot verwenden.
Häufige Fragen
Kann ich bei euch eine Beckenbodenbehandlung buchen?
Nein. Diese Seite vermittelt Wissen. Sie beschreibt weder einen Therapietermin noch ein spezielles Beckenbodengerät. Für eine Behandlung wende dich an eine geeignete medizinische oder physiotherapeutische Praxis.
Ist EMS eine Alternative zu meinem verordneten Beckenbodentraining?
Unser allgemeines EMS-Fitnesstraining ersetzt kein verordnetes oder therapeutisch angeleitetes Beckenbodentraining. Änderungen an deiner Behandlung besprichst du mit der zuständigen Fachperson.
Kann ich trotzdem wegen allgemeiner Fitness zu euch kommen?
Gern kannst du dich über unser Fitnessangebot informieren. Bei bestehenden Beschwerden sollte die Eignung vorab geklärt sein. Im Gespräch geht es dann um deine allgemeinen Trainingsziele.
Dein nächster Schritt
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